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Test: Egret Ten V3 e-Scooter

Auf dem Egret Ten fühlst du dich sicher und pudelwohl. Er überzeugte im Test mit guter Qualität, Agilität, durchdachten Details, flüsterleisem und zugleich starken 500W Antrieb und einer hervorragenden Dämpfung. Mein Fazit: komfortabler & ausdauernder E-Scooter für jedes Terrain.

Egret Ten V3: Der SUV unter den E-Scootern

Der Egret Ten ist das Top-Modell der Hamburger E-Scooter Schmiede Walberg Urban Electrics. Es gibt ihn für 1.599 Euro in den Farben schwarz, grau oder blau mit schwarzem Holzdeck (Trittbrett). Letzteres lässt sich optional gegen eines in der Farbe natur, weiß, petrol oder grün tauschen. Somit gibt es 15 verschiedene Farb-Kombinationen für den eigenen Geschmack. Ich habe neben dem schwarzen Trittbrett noch eines in petrol bestellt.

 

Auspacken & Lieferumfang

Falls du den Egret Ten V3 online geordert hast, kommt er in einem stabilen Versandkarton, in dem wiederum der gut verpackte E-Scooter in einem mattschwarzen Karton steckt.  Erfreulich: der E-Scooter ist ab Werk abgestimmt. Bremsen, Druckpunkte der Bremsen, etc. ist alles ordentlich eingestellt, so dass du vor der ersten Probefahrt nur noch folgendes tun musst:

  1. Verpackungsmaterial entfernen
  2. Scooter aufklappen u. Display anbringen
  3. Frontlicht anstecken, Scooter aufladen
  4. Mit der Anleitung vertraut machen

Lieferumfang

Neben dem Scooter gibt´s einen kleinen Karton, in dem sich das verpolungssichere 2A-Ladegerät mit LED-Anzeige befindet. Dazu Reflektoren zum anbringen an die Seiten und eine ausführliche, teils bebilderte Anleitung und zwei Sechskant-Inbus.

Aufbau

Der beschränkt sich auf drei Dinge: den Egret aufklappen, die Frontlampe aufsetzen und das LCD-Display anbringen. Dieses wird dafür auf die Halterung am Lenker geschoben und mit zwei Schrauben festgezogen. Das war´s. Der Egret ist einsatzbereit. Der Klappmechanismus ist einfach zu bedienen und zugleich stabil. Wenn man weiß, wie´s geht, ist das auf- & zuklappen eine Sache von Sekunden.

  1. Aufklappen: Den Hebel vorn am Trittbrett einmal herunterdrücken. Nun die Haupt-Lenkstange hochklappen, bis sie hörbar einrastet. Den Hebel – der jetzt etwa im 45 Grad Winkel steht – nach vorn handfest umlegen. An der linken Seite des Rollers den Sicherungsstift des Bajonett-Verschluss ziehen, um 90 Grad drehen und zurückschnappen lassen. Nun ist der EGret Ten aufgeklappt und die Lenkstange sicher arretiert. Lenker nach Bedarf hochstellen. Griffe hochklappen und die Sicherungsringe über das rot gekennzeichnete Gelenk schieben.
  2. Einklappen: Hier solltest du vor dem Herunterklappen der Griffe darauf achten, dass du die Frontleuchte abnimmst. Dann den Lenker ganz nach unten stellen, die Sicherungsringe der Lenkstange zurückschieben und die Griffe nach unten klappen. Nun den Sicherungsstift des Bajonett-Verschluss herausziehen und um 90 Grad drehen, so dass er etwas „heraussteht“. Den breiten Hebel am Trittbrett lösen und mit der Hand noch einmal drücken. Schon klappt die Lenkstange um, bis du sie wieder einrasten hörst. So kompakt zusammengefaltet nimmt der Egret Ten den geringsten Raum ein und kann an der Haupt-Lenkstange angehoben und getragen werden.

Ausstattungs-Merkmale

Fangen wir ganz nüchtern bei der Ausstattung an: Der EGret Ten hat klappbare Griffe, eine höhenverstellbare Lenkstange (von 90 cm bis auf 110 cm), mechanische Scheibenbremse vorn (120 mm Scheibe) und eine hydraulische Scheibenbremse hinten (140 mm Scheibe). Große 10 Zoll Luftbereifung vorn/hinten mit Auto-Ventilen, Marke: Chao Yang 10×2. Umlaufende u. damit gut vor Nässe schützende Schutzbleche und einen automatisch einklappenden Seitenständer. Eine batteriebetriebene Frontlampe mit Reflektor und ein Rücklicht mit Bremslicht-Funktion.

Eine hell tönende Klingel. Ein hintergrundbeleuchtetes, einfarbiges LCD-Display mit Zeigefinger-Gas, das Infos anzeigt zu: Akkustand, Fahrstufe, Gesamtkilometer, aktuelle Geschwindigkeit. Am Display sitzt noch ein USB-Anschluss zum aufladen von z.B. Smartphone und Kamera-Akkus. Der Egret kann über einen Klappmechanismus mit Bajonett-Verschluss kompakt zusammengeklappt werden. Die genauen Maße habe ich nachgemessen. Du findest sie unten bei den techn. Eckdaten.

Der Scooter wiegt 17,5 kg. Den 500W starken Brushless-Motor im Hinterrad treibt ein unter dem Trittbrett sitzender und vor Spritzwasser geschützter 48V Lithium-Ionen-Akku mit 11,6 Ah an. Er ist über das mitgelieferte 2A-Ladegerät in 2 Stunden zu 60-70% geladen. Etwa 5 Stunden brauchte es bei mir für eine Komplett-Ladung mit nur noch einem Ladebalken auf dem Display. Das hat übrigens 5 Balken. Also entspricht ein Balken grob 20% Akku-Kapazität.

1.599 Euro beträgt der Verkaufspreis. Egret gibt eine Garantie von zwei Jahren auf den Scooter sowie den Akku.  Letzteres ist ein dicker Pluspunkt. Das trauen sich nicht viele Anbieter.

Qualität & Features

Der Egret Ten V3 ist ringsum sehr gut verarbeitet und es kommen gute Komponenten zum Einsatz. Da knarzt nichts, da wackelt nichts umher. Das Design-Konzept ist funktional, klar und durchdacht. Das merkst du an vielen Details.

Schönes Trittbrett

Das vorn und hinten hochgezogene Trittbrett ist eine Besonderheit, der auch die Form des Chassis folgt. Das macht den Rahmen stabil und ermöglicht es, an einer breiten Stelle vorn den Klappmechanismus zu integrieren. Die hochgezogene Trittbrett-Form ist ebenso prima für die Füße,  weil sie dadurch einen Anschlag haben. Das erleichtert das anrollen und du spürst intuitiv, wie weit deine Füße vorn und hinten auf dem Trittbrett stehen. Das Deck aus mehrfach verleimtem Holz ist angerauht, so dass du stets einen sicheren Stand hast. Wie oben erwähnt, lässt sich das Deck optional gegen ein anderes tauschen. Dazu musst du nur 4 Schrauben lösen, das andere Deck drauflegen und die Dinger wieder reindrehen.

Stabile Lenkstange

Ein weiteres Detail ist die Lenkstange mit eingelassenem Kabelschacht. Auch das ist einerseits praktisch, weil die Kabelzüge darin verschwinden. Auf der anderen Seite erhöht der Querschnitt auch wieder die Stabilität der Lenkstange. Und eingeklappt bildet genau dieser Kabelschacht einen angenehmen Halt beim Tragen. Bei vielen anderen Rollern befindet sich das Knickgelenk zum einklappen unten an der Lenkstange. Das hat den Nachteil, dass diese früher oder später Spiel bekommt und sie beim anfahren wie bremsen leicht nach vorn und hinten wackelt. Dieses Spiel sorgt für ein unsichereres Gefühl auf dem E-Scooter – und bei meinem deutlich teureren Dualtron Spider z.B. auch dafür, dass die Lenkstange regelmäßig zu knarzen anfängt.

Hammergeile Dämpfung

Beim Egret Ten kann die Lenkstange nicht wackeln oder knarzen. In der vorderen Achsaufnahme führen die starre Vorderradgabel und die Lenkstange in den verdickten Schaft mit Drehgelenk. Hier ist übrigens der Lenkausschlag nach links und rechts so begrenzt, dass der Lenker nicht überdreht werden kann, was Stürze durch zu engen Kurvenradius vermeidet. Diese Konstruktion ist einmal mehr sehr stabil.

Dazu versteht es Egret, einen Nachteil in einen unmittelbaren Vorteil umzumünzen: Der direkte Anstellwinkel von Lenkstange und der starren Gabel überträgt Stöße normalerweise direkt über die Lenkstange auf den Lenker. Beim fahren in unebenem Gelände müsste dein Lenker wackeln wie sonstwas. Tut er aber nicht! Die großen und sehr dicken Reifen schlucken alles effektiv weg. Das Fahrgefühl ist auf verschiedenem Untergrund stets komfortabel und sicher. Wirklich super gemacht. Im direkten Vergleich mit dem Egret Eight, der vorn wie hinten eine Federung besitzt, fährt der Egret Ten merklich ruhiger. Ich war auf Anhieb begeistert.

 

 

Blick unter die Haube: so soll es sein

Da ich das Trittbrett gegen eines in petrol tauschen wollte, lohnt sich ein Blick „unter die Haube“. In der Regel erwartet einen unter dem Deck der große Akku und Controller – die Schaltzentrale jedes E-Scooters. Auch die Leitungen für die hintere Bremse und das Motorkabel sind hier verlegt. Löst du beim Egret Ten die vier Inbusschrauben des Decks, kommt darunter erstmal nichts zum Vorschein? Es gibt nochmals eine mit sieben Schrauben befestigte Abdeckplatte, die auf einer Gummidichtung aufliegt. Super, denn somit können Nässe & Feuchtigkeit nicht ohne weiteres eindringen.

Unter der Abdeckplatte (die ihr laut Handbuch nicht öffnen solltet, weil sonst die Garantie erlischen kann!) zeigt sich der Egret Ten nochmals von seiner besten Seite. Der Akku liegt gedichtet in einem Kunststoff-Gehäuse. Alle Leitungen am Controller sind ordentlich verlegt und jedes extra beschriftet. Motorkabel und Bremsleitung sind über Dichtungen nach innen/außen geführt und mit gummiertem Tape verklebt. Das bedeutet: kein wackeln, kein klappern – und eine erleichterte Fehlersuche/Wartung, wenn das mal notwendig werden sollte.

Normalerweise werdet ihr euren Roller nicht „so entblößt“ vor euch sehen. Daher gebe ich hier mal ein Vergleichsbild, wie es gewöhnlich in einem China-Roller etwa gleicher Preisklasse aussieht, wenn du das Deck abschraubst. Bei diesem E-Scooter sammelten sich allein durch das reinigen mit einem Schwamm ein paar Tropfen Wasser unter dem Controller!

Akku u. Controller bei einem China-Scooter

Typischer China-Scooter: Chassis ungedichtet, Kabel irgendwie rein, nichts beschriftet.

Der Spaß geht los: fahren mit dem Egret Ten V3

Jetzt habe ich ausführlich über Qualität & Ausstattung des Egret Ten gesprochen. Doch wie fährt er sich nun? Machen sich die Details beim fahren bemerkbar? –> Ja! Der Scooter fährt sich traumhaft. Dazu gleich mehr. Was mir zunächst einmal positiv aufgefallen ist: Ein kurzer Druck auf den Power-Button am Display und der Egret Ten ist in einer Sekunde startbereit. Drückst du nochmal kurz den Power-Button, schaltet sich das Rücklicht zusammen mit der Hintergrundbeleuchtung des Displays ein. Das Frontlicht muss einmal per Hand angeschaltet werden, wenn du es brauchst. Kein Akt, denn es ist easy zu erreichen und auch nur ein Tastendruck.

Der Egret mit dem Zeigefinger-Trigger startet in der langsamsten Fahrstufe 1. Drückst du die + und – Tasten kannst du die Fahrstufen entsprechend wählen. Bei meinem Körpergewicht (86 kg) und auf ebenem Asphaltweg kam ich auf diese Werte:

  1. bis 6 km/h
  2. max. 12 km/h
  3. etwa 17-20 km/h
  4. 24-26 km/h
  5. max 30-32 km/h

Über 30 km/h? Und was ist mit der neuen Regelung?

Hierzu erklärt Egret´s Geschäftsführer Florian Walberg  im Video: „Die Scooter können mit Inkrafttreten der neuen Regelung umgerüstet werden. Wenn das nicht geht, wird der alte Scooter in Zahlung genommen und ein neuer mit Rabatt angeboten.

Konkret bedeutet diese Aussage: Egret baut einen neuen Controller (auf max 20 km/h begrenzt) ein, ersetzt die gesamte Lichtanlage und den hinteren Fender (Schutzblech), damit das Klebe-Kennzeichen in vorgeschriebener Weise drauf passt. Mit diesem vom Anbieter vorgenommenen Umbau erhältst du deinen Scooter inklusive gültiger ABE (Allgemeine Betriebserlaubnis) und Fahrzeugschein zurück. Nun kannst du deinen Egret zur Versicherung anmelden, erhältst dein Kennzeichen und fährst fortan legal.

Aus Sicherheitsgründen hat der Egret Ten eine sogenannte Kickstart-Funktion. Im Stand kannst du den Gastrigger durchdrücken, ohne dass etwas passiert. Rollst du ein- bis zweimal mit dem Fuß an, legt der Motor los und beschleunigt sanft. Machst du das etwas zu zaghaft (unter 3-4 km/h), setzt die Motorunterstützung mit etwas Verzögerung ein. Am angenehmsten ist daher ein kräftiges anpushen (5 km/h und drüber) und der Egret spricht direkt an.

Flüsterleise & traumhaftes Fahrgefühl auf allen Untergründen

Ich kann nur sagen: „Wow!“ Der Motor des Egret Ten ist flüsterleise. Darüber hinaus haben die Reifen ein super Rillen-Profil, so dass keine Laufgeräusche hinzukommen.  Er rollt flüsterleise und agil seiner Wege. Genau so stelle ich mir Elektro-Mobilität auf einem Roller vor!  Wenn du einmal damit gefahren bist, fällt dir erst auf, wie laut allein die Laufgeräusche jedes Mountainbike-Reifens sind oder wie krass Benzin-Roller vor sich hinknattern.

Die Beschleunigung ist angenehm. Nicht zu schnell, nicht zu langsam. Und die Dämpfung des Scooters zählt zum Besten, was ich je getestet habe. Dazu kommt ein sehr agiles, kurvenfreudiges Fahrverhalten. Das langgezogene aber schmale Trittbrett (47,5 cm x 18 cm) mit der richtigen Bodenfreiheit bei (10 cm) macht´s möglich. Durch leichten Druck mit den Füßen auf dem Trittbrett neigt sich der Scooter bereits willig in die gewünschte Richtung. Legst du nun noch den Körper ein wenig hinein, kommt im Slalom Longboard-Feeling auf.

Durch den recht guten Freilauf und das nicht allzu hohe Trittbrett kannst du den Egret problemlos pushen. Danach macht es insbesondere in den Fahrstufen 3, 4 und 5 einfach nur Spaß mit ihm umherzudüsen. Optimal finde ich so um die 25 km/h. Das fühlt sich flink, aber irgendwie auch lässig cruisend an. Ein wenig schade, dass auf öffentlichen Straßen in Deutschland mit Inkrafttreten der Elektro-Kleinstfahrzeugverordnung (=eKFV) erstmal nur max. 20 km/h erlaubt sein werden.

Es spielt übrigens gar keine Rolle, ob du auf Asphalt, Feldweg, Rasen oder Wiesen fährst: Der Egret Ten fühlt sich auf jedem Untergrund komfortabel an und bleibt flüsterleise. Kopfsteinpflaster? Da fährst du grinsend drüber. Steigungen? Der 500W-Motor schiebt und schiebt dich sicher an.

Das solltest du nicht ständig machen, aber mir ging es ja um einen ausführlichen Test: Mit den dicken 10″ Reifen kannst du problemlos flache Bordsteine überfahren. Und selbst höhere Bordsteinkanten gehen: Lenker kurz angelupft, leicht Gas gegeben und das Hinterrad rollt sanft über die Kante. Umgekehrt springst du (mit etwas Übung) auch locker von jedem Bordstein. Anrollen, Egret hochziehen und du landest sicher mit dem Hinterrad oder beiden Rädern auf der Straße. Ich muss es nochmal wiederholen: ich bin begeistert von seiner Agilität und dem Dämpfungsverhalten. Kein Vergleich zum Egret Eight auf denselben Wegen: Seine Federungen sind längst nicht so effektiv und fangen auf unebener Fahrbahn hörbar das klappern an.

Wie ist es bei Nässe oder im Regen?

Generell ist Regen nicht die Domäne eines E-Scooters. Die meisten Hersteller empfehlen auch keine Regenfahrten. Das hat zum einen Sicherheitsgründe, zum anderen sind nicht alle Modelle sonderlich vor Spritzwasser geschützt. Mit dem Egret Ten habe ich während der Testfahrten auch Nässe & Regen durch. Was soll ich sagen? Es machte dem Scooter nichts aus – und mir als Fahrer auch nicht.

Vor Nässe & Feuchtigkeit sind insbesondere Akku & Controller gut geschützt. Der Egret hat aber auch sehr gute Schutzbleche vorn und hinten, die ebenso die Nässe und den ganzen Schmutz vom Fahrer fernhalten. Nass wirst du im Regen allenfalls von oben. Und beim Scooter hätte ich auf Dauer allenfalls ein wenig Sorgen um das Display. Es ist mit den gummierten Buttons definitiv gedichtet. Aber das heißt ja nicht „absolut wasserdicht“.

Wenn du mal in einen Regen kommst, passiert so schnell jetzt nichts. Aber nach der Fahrt solltest du den Scooter mit einem trockenen Baumwolltuch oder alten Handtuch einmal von oben nach unten trocken tupfen. Den meisten Dreck wirst du auf dem Trittbrett von deinen Schuhen haben. Das kannst du ignorieren. Viel wichtiger ist ein trockenes Display. Dann einmal die Brems- und Motorkabel entlang, damit kein Tropfen am Kabel entlang ins Innere gelangt. Und tupfe einmal die Bremskörper ab und schau, dass die Bremsscheiben nicht zu schmutzig sind. Display, Leitungen, Bremsen: Auf diese Komponenten kommt es an. Überprüfe auch die Ladebuchse und lade niemals einen tropfnassen oder kalten Scooter!

Reichweite bis 40 km?

Oft beziehen sich diese Angaben auf eine Person von 75 kg Gesamt-Gewicht und fahren unter optimalen Bedingungen: flache Straßen ohne Steigungen und nicht unter permanentem Vollgas. In der Praxis habe ich im Schnitt bei meinen 10-12 km Runden zwei Balken der Akku-Anzeige verloren. Die Touren gingen über gemischten Untergrund und teils mit Steigungen sowie Gefälle in den Fahrstufen 3 bis 5. Sprich: ich bin einfach gefahren und habe mir um Motor- oder Akku-schonendes fahren keine Gedanken gemacht. Unter diesen Bedingungen traue ich dem Scooter bei vollem Akku zuverlässig 25-30 km Reichweite zu. Mit ein wenig ökonomischerem fahren sicher auch 35 km.

Gibt es Mankos? Was könnte besser sein?

Ab jetzt fängt „mäkeln auf sehr hohem Niveau an“. Für mich ist der Egret Ten tatsächlich ein super E-Scooter ohne echte Schwächen. Mir sind nur Kleinigkeiten aufgefallen, die ich noch verbessern würde. Dem Spaß tut es aber keinerlei Abbruch ,-)

  1. Ich wünsche mir keinen automatisch hochklappenden Seitenständer. Stellst du den Roller z.B. neben Fahrrädern ab und irgendeiner kommt zufällig dagegen klappt der Ständer ein und der Roller liegt auf dem Boden. Dazu klemmt das Ständerlein manchmal, weil die Feder in einen Spalt rutschen kann. Er klappt zwar immer zuverlässig hoch, lässt sich dann aber nur halb ausklappen. Drückt man die Feder mit der Hand zurück, geht´s wieder.
  2. Wären die +/- Buttons wie das Display beleuchtet, könnte man auch im Dunkeln zuverlässig die Fahrmodi wechseln.
  3. Ich hätte gern eine genauere Akku-Anzeige. Zum Beispiel eine Prozentangabe.  Oder Ladebalken, die 10% Schritte statt der groben 20% anzeigen.
  4. Ich wünsche mir noch die Ergänzung um Tages-Kilometer, die sich entsprechend zurückstellen lassen.
  5. Der Roller ließe sich mit einer festen Öse/einem Haken an der Lenkstange oder so bequemer irgendwo anschließen.  Der Spalt im Vorderrad zwischen Bremsscheibe und Felge ist schon sehr schmal. Mein vorhandenes stabiles Sicherheitsschloss mit dem ich bislang alles angeschlossen habe, krieg ich da nicht durch.
  6. Der Egret Ten hat zwei unterschiedliche Bremshebel. Das ist anfangs etwas gewöhnungsbedürftig. Irgendwann merkst du es aber nicht mehr. Die Bremsleistung insgesamt ist super. Vollbremsungen gehen zur Not stets kontrolliert.
Der Egret Ten ist einer der besten E-Scooter

Sehr guter alltagstauglicher Cruiser mit guter Reichweite.

Mein persönliches Fazit: 

Der Egret Ten V3 ist der SUV unter den elektrischen Kick-Scootern. Flüsterleise, kraftvoll, agil und komfortabel auf jedem Untergrund. Dazu stabil & durchdacht konstruiert. Für mich der perfekte Allrounder als flexible Alternative zu den Öffentlichen und das Auto, für die Gassi-Runde, zum Brötchen holen am Wochenende, der spontanen Fahrt zum Kumpel oder dem Treffen im Freundeskreis sowie für längere Ausflüge in die Natur. 

In Bus oder Bahn würde ich ihn vermutlich seltener mitnehmen. Er lässt sich zwar schnell auf kompakte Maße bringen, wiegt aber mit rund 18 Kilo doch ein wenig mehr. Für Kurzstrecken, die man regelmäßig mit den Öffis & dem Roller zurücklegt, würde ich auf etwas leichteres mit weniger Reichweite zurückgreifen.  Einen Vorteil sehe ich bei Ausflugsfahrten mit der Bahn: Bevor ich z.B. ein klobiges Rad schleppe und im Waggon umherrangiere, nehm ich den zusammengeklappten Egret. Er passt oben in die Ablage, unter eine Bank oder in die Ecke. Und am Ziel genieße ich die mobile Freiheit und starte meine Erkundungstour direkt vom Bahnhof aus ,-) 

Technische Eckdaten Egret Ten V3

Motor: brushless, 500W (800W Maximalleistung)
Geschwindigkeit: max. 30 km/h (5 Geschwindigkeitsstufen)
Akku: Li-Io  48V  11,6 Ah
Reichweite: bis zu 40 km
Bremsen vorn: mechan. Scheibenbremse, 120 mm
hinten: hydraulische Scheibenbremse, 140 mm
Deck/Trittbrett: 47,5 cm lang, 18 cm breit
Bodenfreiheit/ Trittbretthöhe: 10 cm / 17 cm
Lenkerhöhe: verstellbar, 90 bis 110 cm
Gewicht: 17,5 kg
Maße nachgemessen ausgeklappt: 115 x 44,5 x 115 cm (LxBxH)
eingeklappt: 108 x x 38,5 cm (LxBxH)
Ladegerät: 54,6V 2A
Preis (Mai 2019) 1.599 Euro

 

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