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Cobi Bike Test: Für Räder und eScooter gleichermaßen

Cobi Bike integriert Navigation, Routenplaner, Tourenwetter, Fitnessdaten, Musik, Klingel und Alarmsystem. Optional gibts ein LED Tag- und Nachtfahrlicht sowie ein automatisch einschaltendes Rücklicht. Viele nützliche Funktionen also in einem kompakten System. Mich hat interessiert, wie Cobi Bike funktioniert und ob es sich auch für eScooter eignet?

Cobi Bike: das Wichtigste in Kürze

Was mir gut gefällt 
+ Cobi Bike lässt sich auch für eScooter verwenden
+ Das LED-Frontlicht ist super
+ die Bedienung ist sehr einfach
+ gute Navigation mit Offlline-Karten & Wetteransicht
+ Mehrwerte durch Verbindung zu Trackern, Brustgurten, etc und die Verbindung mit Diensten wie Komoot und Strava

Was mir nicht so gut gefällt
– hoher Anschaffungspreis
– die Halterung fürs Rücklicht ist Mist
– Alarmanlage u. Klingel nicht wirklich nutzbar
– integrierter Lautsprecher zu leise
– das Rücklicht ist blöd konstruiert (leider sofort defekt)
– Kleinigkeiten, die man verbessern sollte

Cobi Bike: in 3 Varianten erhältlich

Cobi Bike Cobi Bike mit Daumen-Controller. Quelle: Cobi Website

Das Cobi-System wird in drei Ausstattungs- und damit Preis-Varianten angeboten:

  1. Cobi sport, ca. 249 Euro
    bestehend aus dem Cobi-Hub, App & Smartphone-Halterung
  2. Cobi Bike, ca 299 Euro
    bestehend aus Hub, App, LED-Frontlicht & Smartphone-Halterung
  3. Cobi Bike plus, ca 339 Euro
    bestehend aus Hub, App, LED-Licht, Smartphone-Halterung & Rücklicht

Super für BOSCH-Fahrer

Beliebt ist das Cobi-System bei eMTB-Fahrern, die einen Bosch-Antrieb & entsprechende Komponenten haben. Nachvollziehbar, denn Cobi ist mittlerweile eine BOSCH-Company. Und das System integriert sich daher perfekt mit dem Bike und ersetzt vollständig das Purion-Display. Sämtliche Fahrmodi- und Bike-Infos stellt das eigene Smartphone über die Cobi-App dar. Und erweitert den Funktionsumfang sowie die Konnektivität zu Fitness-Trackern und ähnlichem. Großer Vorteil der Lösung: Alles steckt in einem System. Alles wird mit den vorhandenen Schaltern am Lenker bedient. Du brauchst weder ein Bike-Display noch eine zusätzliche Smartphone-Halterung mit verschiedenen Apps auf deinem Handy. Insofern kann Cobi mit seiner vollständigen Integration durchaus ein Grund sein, sich für ein BOSCH eBike zu entscheiden.

Und was ist mit anderen Bikes & Scootern?

Für e-Bikes mit Shimano-, Brose- oder anderen Antriebseinheiten halte ich Cobi für weniger interessant. Da es sich mit den Systemen nicht verbinden lässt, kommt Cobi als Zusatz mit Smartphone-Halterung und noch einem Daumen-Controller an den Lenker. Das wird schnell zuviel und ist evtl. auch zu teuer für das, was man am Ende nutzt. Da bleibe ich lieber bei einer vernünftigen Smartphone-Halterung und verwende weiterhin mein Handy mit entsprechenden Apps. Ich habe selbst ein Shimano eMTB und würde mir Cobi hierfür z.B. nicht anschaffen.

Interessant finde ich Cobi aber für „Aufrüster„: Wenn du zum Beispiel ein Fahrrad oder Rennrad ohne e-Antrieb hast und ein System suchst, mit dem du Navigation, Wetter- und Fitnessdaten bequem über einen Daumencontroller steuern kannst und alles am Handy-Display ablesen. Oder dir ein gutes, sich automatisch ein/ausschaltendes Tag-/Nachtfahrlicht fehlt.

e-Scooter mit Cobi Bike am Lenker e-Scooter mit Cobi Bike System
Cobi Bike am e-Scooter

Und da bin ich nun bei meinen Überlegungen angelangt, das Cobi Bike System für meinen e-Scooter auszuprobieren. Denn: mit dem Dualtron Spider fahre ich gerne Touren, lasse mich dabei von meiner Lieblingsmusik berieseln und um die Sichtbarkeit & Sicherheit zu erhöhen, finde ich das LED-Frontlicht oben am Lenker sehr praktisch. Wenn noch die Straßenzulassung von e-Scootern in Deutschland kommt, wäre ein Rücklicht mit Blinker-Funktion, wie sie Cobi eigentlich beherrscht und momentan vom BMVI in der Vorlage zur eScooter-Verordnung verlangt wird, ideal. Was ich schon wieder paradox finde, denn Cobi muss den Funktionsumfang aufgrund der aktuellen Gesetzeslage einschränken und schreibt auf seiner Website: „Dieses Licht erfüllt die hohen Anforderungen der deutschen StVZO und hat eine entsprechende K-Prüfnummer. Aufgrund dieser Auflagen ist die Blinkerfunktion nicht aktiviert. Die Bremslichtfunktion, die in einigen älteren Kommunikationsmassnahmen gezeigt wird, ist aktuell nicht Teil des Funktionsumfangs.“

Nun denn. Cobi lässt sich per Firmware-Updates aktuell halten. Insofern könnten Brems- & Rücklicht zu einem späteren Zeitpunkt per Update wieder hinzukommen und den recht hohen Preis von rund 60 Euro (im Einzelverkauf) für ein Akku-Betriebenes Rücklicht rechtfertigen.

Ich berichte im folgenden über meine persönlichen Erfahrungen mit dem Cobi Bike plus Paket, welches ich über den Cobi Webshop bestellt habe (u.a. wegen der 60 Tage Rückgaberecht bei Nichtgefallen). Da ich ein iPhone X nutze, habe ich die spezielle Smartphone-Halterung statt der Universal-Halterung gewählt.

Lieferumfang & Gewicht

Das Cobi Bike plus Set kommt in drei Verpackungen: In der einen stecken der Cobi-Hub mit LED-Frontlicht und Daumen-Controller. In der zweiten das AmbiSense-Rücklicht und in der dritten die Smartphone-Halterung. Klein- bzw. Befestigungsteile und eine Kurzanleitung sind jeweils mit dabei sowie ein Ladekabel mit USB auf Mini-USB-Anschluss für den 2.900 mAh-Akku. Ein weiteres für das Rücklicht. Einen Steckerlader gibt es leider nicht.

Auf den ersten Blick macht alles einen gut verarbeiteten Eindruck. Auf den zweiten ist mir bei der Befestigung für das Rücklicht aufgefallen, dass die Steck-Halterung mit herausstehender Schraube wenig Vertrauen erweckend wirkt. Und dass es – wie bei dem Daumencontroller auch – z.B. keine Gummiringe oder Adapter zur Anpassung an verschiedene Durchmesser von Lenker oder Sitzstange gibt. Das ist nur für den Hub vorgesehen.

Für mich ist noch das Gewicht interessant, denn e-Scooter (sofern zugelassen) dürfen dann ein Gesamtgewicht von 20 kg nicht überschreiten (Update 26.03.2019: mit der eKFV sollen gar bis 55 kg zulässig sein). Meiner wiegt um die 19 kg. Mit dem Cobi kommen nun 404 Gramm hinzu. Steckt dazu noch das iPhone X in der Hülle, sind es insgesamt 578 Gramm für das betriebsbereite Cobi Bike Set.

Installation & Einrichtung

Montage & Einrichtung des Cobi-Systems gestalten sich einfach. Notwendig sind dazu folgende Schritte:

  1. Hub mit vier Schrauben und mitgeliefertem 5mm Inbus anbringen
  2. Rücklichthalter anbringen u. Rücklicht einstecken
  3. kostenlose Cobi-App herunterladen
  4. Bluetooth am Handy aktivieren und Kopplung mit Hub zustimmen
  5. Den Anweisungen der App folgen
  6. Das Rücklicht separat über die Einstellungen in der App mit dem Hub koppeln
Cobi Bike Akku Der Akku wird von oben in den Hub eingeklipst.

Der Akku im Hub sowie das Rücklicht sollten genügend Saft für die Ersteinrichtung haben, sind danach aber vollständig aufzuladen. Bei Bosch eBikes zapft der Hub den Fahrradakku an. In meinem Fall muss der Akku zum laden aus dem Hub entnommen werden. Etwas schade: die Ladebuchse hätte man auch so platzieren können, dass der Akku direkt am Bike/Scooter geladen werden kann. Entweder per Netzteil oder über eine Powerbank, falls unterwegs mal zu wenig Kapazität übrig ist. Der 2.900 mAh Akku versorgt nämlich nicht nur den Hub und die Front-LED, sondern lädt auf Wunsch auch das aufgeschobene Smartphone auf. Umso schneller geht der Akku natürlich zur Neige. Was widerum gut ist: Man kann in der App wählen, ob das Smartphone mit geladen werden soll – oder auch nicht.

e-Scooter mit Cobi Bike am Lenker Die Halterung wirkt klapprig. Das Rücklicht wird von oben aufgesteckt.
Rücklicht überzeugt nicht

Beim Rücklicht ist die Konstruktion nicht optimal: Die Ladebuchse verbirgt sich hinter einem Gummistöpsel. Der muss stets exakt plan wieder in Position, sonst lässt sich das Rücklicht nicht auf die Halterung mit der herausstehenden Schraube aufschieben. Zudem hast du keine Ahnung, wieviel Saft das Rücklicht noch hat oder wie lange der Ladevorgang noch dauert. Bei mir blinkte & blinkte ein rotes Lämpchen. Es ging nie aus, wurde nie grün – nichts. Wie sich später herausstellen sollte, war das Rücklicht von Anfang an kaputt. Das wusste ich zu dem Zeitpunkt aber nicht, dazu im Praxisteil dann mehr. Aus dem Modellbau kenne ich an Akkus z.B. die sehr praktische Funktion mit einem Button & vier LEDs: Kurzer Druck auf den Knopf und anhand der aufleuchtenden LEDs weißt du, ob der Akku inetwa bei 25%, 50%, 75% oder darüber liegt. Sowas sollte generell Standard werden bei Akkus.

Einrichtung über die App

Sitzt alles an seinem Platz, laufen die restlichen Schritte über die Cobi-App am Smartphone (kostenlos für Android & iOS). Dazu die App installieren, Bluetooth aktivieren zur Kopplung mit dem Hub und es kann losgehen. Die Einrichtung lief weitgehend reibungslos. Einzig das bereits vorhandene Kunden-Konto (ich hatte ja über Cobi bestellt) wollte Cobi in der App als Login nicht akzeptieren. Also habe ich meine Kundendaten nochmals in der Registrierung eingegeben und mit Bestätigung der e-Mail hat alles geklappt.

Bei der Einrichtung erstellst du ein Profil nach deinen Vorlieben. So fragt die App z.B. nach der Art des Bikes (Urban, Trekking, MTB,…) und welche Kontrastfarbe du für die App bevorzugst. Wenn du magst, gibst du deinem Bike/Scooter noch einen Namen. Damit ist die Einrichtung abgeschlossen, Cobi ist einsatzfähig.

Offline-Karten für die Navigation

Für die Navigation bietet Cobi allerhand Kartenmaterial zum kostenlosen Download an. Es gibt Karten für ganze Regionen wie NRW, Brandenburg oder Bayern sowie einige extra Stadtkarten für Dortmund, München, Dresden & Co. Cobi nutzt diese Offline-Karten zur Navigation und ist damit unabhängig vom Handy-Empfang oder -Vertragsmodell. Sehe ich als klaren Vorteil. Cobi ist da aber flexibel und lässt dir die Wahl, ob du nur Offline-Karten oder auch Karten von Google oder Apple über eine Mobil-Verbindung nutzen möchtest.

Einrichtung Rücklicht

Das Rücklicht kommt als letztes dran. Es wird zunächst mit dem Hub gekoppelt und dann über „Einstellungen – Bike-Einstellungen – Rücklicht“ der Setup-Vorgang gestartet. Dazu drückt man den Schalter am Rücklicht für etwa 15 Sekunden. Bei mir flackerte das Rücklicht kurz auf, dann startete die App die Einrichtung und brach mittendrin ab. Beim zweiten Versucht klappte es  … und die Erkenntnis folgte: Offenbar ist mein Rücklicht bzw. der Akku dafekt, denn obwohl ich das Rücklicht lange am Lader hatte zeigt die App nur 1%? Manuell lässt sich das Licht auch nicht einschalten. Direkt eine Reklamation also … naja. Kommt vor. Für meine ersten Fahrten habe ich das Rücklicht erstmal drangelassen.

Cobi im Praxistest

Cobi´s Oberfläche zeigt sich aufgeräumt und klar strukturiert. Der Hauptbildschirm ist dreigeteilt:

  1. Links wesentliche Daten zur Strecke in km, Dauer der Fahrt und Durchschnitts-Geschwindigkeit.
  2. In der Mitte wird oben  die Uhrzeit und Ladebalken des Smartphones angezeigt. Darunter die aktuell gefahrene Geschwindigkeit sowie der Ladezustand des Akkus im Hub. Daneben zwei Zustands-Anzeigen für das Tag-/Nachtfahrlicht und ob das Rücklicht aktiv ist.
  3. Rechts wird das jeweils aktive Modul angezeigt. In den Grundeinstellungen sind das Navigation, Musik, Kontakte, Fitness.

 

Cobi Bike Oberfläche Moderne & gut strukturierte Oberfläche.

Bedienung: easy

Die Bedienung mit dem Daumen-Controller macht Spaß und geht leicht von der Hand. Der Controller hat vier Tasten (oben, unten, rechts, links) und einen mittleren Knopf, der zur Bestätigung dient (kurz drücken) oder um aus einer Detail-Ansicht wieder heraus auf den Hauptbildschirm zu gelangen (lange drücken). Unten am Controller ist noch ein separater Knopf, der die elektronische Klingel auslöst. Dazu gleich meine Kritik: die Idee ist nett, aber die Klingel mit ihrem „bing-bing-Geräusch“ ist zu leise. Ich habe es mehrfach auf Touren ausprobiert. Nicht ein Fahrradfahrer oder Fußgänger hat auf den Ton reagiert. Und die Lautstärke des Lautsprechers im Hub lässt sich leider nicht einstellen. Es wäre schön, verschiedene Klingeltöne auszuwählen oder in die App zu laden und die Lautstärke des Hubs einstellen zu können.

Cobi Daumen-Controller Vier Tasten, ein Button und ein Klingelknopf. Das ist der Cobi Controller.

Navigation: zuverlässig & akkurat

Die Navigation ist überzeugend. Ein Druck auf die mittlere Taste und du landest in der Karten-Detail-Ansicht. Hier kannst du nun Ziele eingeben bzw. Routen planen („Schnellste“ „Kürzeste“ und „Ruhigste“) sowie geplante Routen (z.B. über Komoot) aufrufen. Die Karten lassen sich in 2D/3D Ansicht umschalten und über die Tasten rein- & rauszoomen. In der Dämmerung schalten sich die Karten automatisch dunkel – ganz so, wie man das von der Auto-Navigation her kennt. Auf Wunsch gibt es auch Sprachansagen (Frauenstimme), so dass man die Hände immer am Lenker haben kann und die Augen auf den Verkehr gerichtet. Hast du im Hintergrund deine Musik/Playlist laufen, wird diese bei jeder Ansage auch leiser gestellt. Leider ist aber die Sprachansage über den Lautsprecher nicht sehr laut und wie oben schon geschrieben, nicht einstellbar. Daher ist hier die Verbindung mit einem Bluetooth-Kopfhörer sinnvoller.

Tag-/Nachtfahrlicht: super

Cool ist auch das LED-Frontlicht. Zum einen passt es prima zum Scooter und leuchtet auch gut aus. Zum anderen gibt es einen automatischen Modus, der dafür sorgt, dass sich das Licht nicht nur von allein an- und ausschaltet, sondern auch zwischen Tagfahr- und vsehr hellem Nachtfahrlicht umschaltet. Das funktioniert zuverlässig. Und wenn du magst, lässt sich das Licht ebenso über die App manuell in 4 Stufen regeln: aus, Tagfahrlicht an, Nachtfahrlicht an, Auto-Modus. Einen Knopf seitlich am Hub  gibt es auch. Sollte einmal nicht das Smartphone angesteckt sein, lässt sich darüber das Licht einschalten und über einen langen Tastendruck auf dem Controller (oben) dann auch die Modi wechseln bzw. auch wieder ausschalten.

Cobi Bike LED Frontlicht Kaum sitzt der Akku im Hub und es ist etwas schummrig, schaltet sich das Frontlicht an.
Module für zusätzliche Funktionen

Weitere Funktionen neben der Navigation bieten die durchwählbaren Module „Kontakte„, „Musik„, „Fitness“ und die Wetterprognose

Das Kontakte-Modul funktioniert wie eine Freisprecheinrichtung. Wer also unterwegs angerufen wird oder telefonieren möchte, behält die Hände am Lenker und quatscht drauf los. Das funktioniert dann am besten, wenn du Cobi mit einem Bluetooth-Headset koppelst. Im normalen Verkehrslärm ist mit dem Smartphone am Lenker & Lautsprecher im Hub kein normales Gespräch möglich. Was ich bei iOS schade finde: du musst jeden Kontakt einzeln übernehmen und kannst nicht wie z.B. bei Android deine als Favoriten hinterlegten Kontakte in einem Rutsch importieren. Nun gut. Ich möchte während der Fahrt ohnehin nicht telefonieren.

Das Musik-Modul bietet nicht viel, ist aber trotzdem praktisch. Starte zuerst deine Playlist in iTunes, Spotify oder ähnlichem und dann die Cobi-App. Nun kannst du im Musik-Modul die Lautstärke über den Controller regeln (oben/unten für lauter/leiser) und Titel überspringen (links/rechts für einen Titel zurück/ einen Titel vor). Was man wissen muss: Die Musik kommt über den Smartphone-Lautsprecher, nicht über den im Cobi-Hub.

Cobi Bike Oberfläche Cobi Bike Oberfläche. Hier mit aktivem Musik-Modul.

Zum Fitness-Modul kann ich nichts schreiben, das habe ich nicht ausprobiert. Schaut man sich im Web und auf YouTube um, finden sich einige Berichte zur Verbindung mit Smart-Watches, Brustgurten und ähnlichem. Die Möglichkeit als solches finde ich interessant. Hier steckt für viele Biker noch einiges an Funktionalität. Auf einem eScooter brauche ich das Modul freilich nicht: der Scooter leistet ja die ganze Arbeit … maximal der „Stress-Puls“ im Straßenverkehr ließe sich messen ,-)

Ein pfiffiges Feature ist die Wetterprognose: Sie zeigt die aktuelle Wetterlage sowie die Entwicklung im Zeitraum der nächsten Minuten. Das hat bei meinen Fahrten erstaunlich zutreffend funktioniert. So war z.B. mal Regen angekündigt, der prompt nach 15 Minuten einsetzte. Insofern vlt. wirklich praktisch, um auf Tour rechtzeitig einen Unterschlupf zu suchen.

Cobi Bike Wetterdaten Die minutengenauen Wetterdaten sind eine praktische Sache.

Ist eine Fahrt beendet, fasst Cobi die Daten nochmal zusammen (gefahrene Strecke, Dauer und Durchschnittsgeschwindigkeit). Ich fände es schön, wenn Cobi zum Vergleich wenigstens die letzten zwei oder drei Touren speichern würde. Derzeit ist es aber immer nur die Zusammenfassung der aktuell gefahrenen Strecke. Würdest du aber z.B. an zwei Tagen hintereinander dieselbe Runde fahren, wär´s ja interessant zu wissen, ob du schneller oder langsamer als am Vortag warst oder einen kürzeren Weg zur Arbeit gefunden hast, etc.  Was widerum cool ist: Mit einem verbundenen Account bei Komoot oder Strava werden weitere Touren-Infos und der genaue Verlauf automatisch übertragen und gespeichert.

Alarm-Funktion nicht praxistauglich

Die Idee ist zwar nett, praxistauglich finde ich die Alarm-Funktion aber nicht. Stellst du dein Bike (e-Scooter) ab, kannst du über ein Schloss-Symbol in der App den Alarm „scharf schalten“. Wird dein Bike nun bewegt, ertönen Licht & nicht sehr laute Tonsignale. Einen Dieb wird das nicht abhalten. Wer clever ist, entfernt den Akku. Und da Hub und Smartphone über Bluetooth verbunden sind, ist die maximale Entfernung, über die das funktioniert, nicht groß. Nach ein paar Metern schon meldet die App keine Verbindung mehr zum Hub.

Zusatz-Module erhältlich

Meldest du dich bei Cobi über das kostenlose „Developer-Programm“ an,  hast du Zugriff auf weitere Module, die sich über die Cobi-App dann unter „Anpassen“ auswählen lassen und in der Anzeige-Reihenfolge verändern.

Das Modul „Ping“ z.B. greift auf ausgewählte Kontakte zu und ermöglicht über eine simple Auswahl das senden von Kurznachrichten. Das Modul bietet verschiedene Stati wie „Bin gleich da“, „Schön hier“, „Unterwegs“ oder „Spät dran“. Es lässt sich einstellen, von wem die Nachricht stammt, sowie ein Karten-Link mitsenden, der die aktuelle Position enthält.

Ein anderes Modul nennt sich „Grid“ und stellt alle Infos zu gefahrenen km, Durchschnittsgeschwindigkeit, Gesamt-Kilometer, bpm, Watt, etc in einer Kachel-Übersicht dar, die sich individuell anordnen lassen.  Oder „Radar“, bei dem du auf einer Karte sehen kannst, welcher deiner Freunde im Umkreis auch grad unterwegs ist.

Die zusätzlichen Module sind meist noch Spielerei. Zeigen aber, dass sich der Funktionsumfang von COBI durch findige Programmierer um einiges erweitern lässt. Ich hoffe sehr, dass noch das ein oder andere sinnvolle Modul hinzukommt.

Cobi im Regen? Bin ich skeptisch

Kommst du wie ich bei meinen Probefahrten in den Regen/Schneeregen, macht das erstmal nichts. Allerdings durchnässt die Smartphone-Halterung und es sammelt sich Wasser unterm Akku im Hub. Letzteres finde ich vor allem bedenklicher, da genau auf der Unterseite die elektrischen Kontakte sitzen.

Rücklicht und Halterung: unbrauchbar

Vom Rücklicht bin ich enttäuscht. Nicht schlimm, dass ich ein defektes geliefert bekommen habe. Kann passieren und wurde prompt und formlos gegen ein funktionierendes getauscht. Aber: die Gummi-Abdeckung für den Ladeanschluss ist dämlich gemacht. Die Steckhalterung billig. Und die Plastiknase, die man eigentlich „nur zurückdrücken“ soll, um das Rücklicht abzunehmen, ist gleich beim ersten Mal abgebrochen. Das sind mir die 40 Euro Mehrpreis im Cobi Bike plus Set bzw. 60 Euro Einzelpreis nicht wert.

Rücklicht nur mit Stromversorgung
Das neu zugesandte Rücklicht funktioniert bei mir nur, wenn Strom auf dem Rücklicht ist. Ich frage mich, ob überhaupt ein Akku in dem Rücklicht steckt? Ist es nämlich mit Strom versorgt, funktioniert es genau, wie die Anleitung beschreibt:
kurz drücken und es blinkt dreimal auf. Dann nochmal drücken und es leuchtet auch ohne Hub-Verbindung dauerhaft. Ansonsten musst du mit dem Rücklicht gar nichts machen. Es schaltet sich – einmal mit dem Hub gekoppelt – wie das Tag-/Nachtfahrlicht automatisch ein und aus.

Mein persönliches Fazit:

Das Cobi Bike plus Set hinterlässt gemischte Gefühle bei mir. Was ich mag: das einfache Bedien-Konzept, die gelungene Navigation,  das automatische Tag- & Nachtfahrlicht. Smartphone & Cobi-App verschmilzen zu einem zentralen,  informativen Display.  Gut ist auch die Möglichkeit, das System per Updates aktuell zu halten und mit Diensten wie Komoot und Strava zu kombinieren.

Was mir nicht zusagt: die elektrische Klingel und das Alarmsystem bringen keinen Mehrwert. Der verbaute Lautsprecher ist zu leise. Dazu kommen für mich die Mängel beim nicht nutzbaren Rücklicht und die schlechte Halterung.

Würde ich Cobi Bike noch einmal kaufen?  Ich denke schon. Dann aber das günstigere Set ohne Rücklicht.

weiterführende Infos

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