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Dualtron Spider Unboxing & Hands On Review

Der  Dualtron Spider e-Scooter wurde aus Frankreich geliefert. Daher waren erstmal auspacken und Zusammenbau fällig. Dann der Basis-Check und das Einstellen von Cockpit & Bremsen. Dabei sind mir neben vielen gut gemachten Sachen ein paar Mängel aufgefallen. Immerhin zählt der Dualtron Spider zu Minimotors Premium Marke.

In diesem Beitrag soll es um meine persönlichen Eindrücke & erste Erfahrungen mit dem Dualtron Spider von Minimotors gehen. Der e-Scooter hat mein Interesse geweckt, da er der erste von Minimotors mit einem Gewicht unter 20 kg ist und die Scooter generell schön designed sind.

Dualtron Spider auspacken

Der Dualtron Spider kommt von www.wee-bot.com  aus Frankreich. Grund: Der Scooter war – im Gegensatz zu anderen Shops – lieferbar und mir gefällt deren Angebot & Service z.B. mit flexiblen Zahlungsmöglichkeiten und 24h Versand.  Über das Tracking mit Chronopost wurde ich über Status und Stationen des Pakets jedesmal per E-Mail informiert. Per Chat & Mail war der Kontakt stets hilfsbereit & kompetent.

Tipp:  Gibt es deinen Wunsch-Scooter nicht in deutschen Shops, ordere innerhalb der EU z.B. über Frankreich oder England (UK). Es wird kein Zoll fällig, die Versandwege sind relativ kurz und du zahlst moderate bis gar keine Versandkosten. 

Im Karton schützen vier große Styropor-Elemente den Spider. Zum Lieferumfang zählen noch ein 2A-Ladegerät, eine IR-Fernbedienung für die LED-Leiste an der Lenkstange und ein Multitool-Werkzeug. Nachdem der Spider aus dem Karton war, hab ich erstmal die Styropor-Kügelchen überall abgesaugt. Danach gestaltet sich der

Auf- bzw Zusammenbau in vier sehr einfachen Schritten:

  1. Front Kotflügel montieren
  2. Lenkstange aufrichten und mit Schnellverschluss arretieren
  3. Lenker montieren & Cockpit einrichten
  4. Qualitäts- & Funktionscheck

Front Kotflügel anbringen, Lenkstange arretieren

Der Front Kotflügel ist in einer Minute dran. Auch die Lenkstange aufzurichten, den dicken Verriegelungsring nach unten zu schieben und den Schnellspanner zu schließen dauert nur wenig länger. Dabei fiel mir auf: Drückst du den Schnellspanner gegen die Schelle, öffnet sich dieser langsam wieder. Das darf während der Fahrt auf keinen Fall passieren! Die Lenkstange ist sonst lose oder knickt dir entgegen!  Richtig fest sitzt der Schnellspanner nur, wenn du ihn um 90 Grad drehst und nach unten oder oben schließt (siehe Bild 9 und 10).

Lenker montieren

Der Carbonlenker mit dem Dualtron-Schriftzug ist ein Sahnestück am Spider: Er ist super verarbeitet und hat ein schönes, seidenmattes Finish. Fühlt sich gut an und man sieht wunderbar die feinen Strukturen des Carbonfaser-Gewebes.

Der Lenker wird auf den Lenkerschaft gelegt und darauf eine Aluplatte mit vier Schrauben befestigt. Die Schrauben sollten gleich fest (nicht zu fest!) gezogen werden, damit sich der Druck auf den Lenker gleichmäßig verteilt. Dabei braucht es auch etwas „Augenmaß“, um den Lenker genau mittig zu montieren. Leider fehlt hierfür eine Mitten-Markierung, wie man das z.B. von Fahrradlenkern kennt. Die Mitte müsste aber genau zwischen dem „L“ und „T“ des DUALTRON Schriftzugs liegen.

Griffe austauschen, bitte

Die Softgriffe empfinde ich als echten Mangel. Die Dinger sind zu weich und saugen sich gern mit Handschweiß und Regen voll. Früher oder später leiern sie aus und lassen sich ohne weiteres um den Lenker drehen. Sollte dein Scooter solche Softgriffe haben: tausche sie gegen vernünftige Griffe aus. Das dient dem Fahrkomfort sowie der Fahrsicherheit. Ich habe direkt gegen MTB-Griffe mit Klemmschelle getauscht, die ich noch übrig hatte.

Tipp: Von Ergon gibt es sehr gute Griffe. Auch in verschiedenen Farben, was zusätzlich die Optik verbessert. Empfehlen kann ich z.B. den Ergon GE1, Ergon GA2/GA3 oder die GP-Touring-Serie.

Cockpit einrichten

Da meine MTB-Griffe ein wenig länger als die Softgriffe sind, musste ich Bremsen & Bedienelemente ein wenig lockern und verschieben. Bei der Gelegenheit konnte ich mir gleich das Cockpit so einrichten, dass die Bremshebel im optimalen Winkel stehen und ich bequem an alle Bedienelemente komme. Links die Modus-Schalter,  rechts das sogenannte „Eye-Throttle„: eine Multifunktions-LCD-Anzeige mit Gashebel und drei Buttons: Power, Setting und Mode. Mit dem „Mode-Button“ wechselt man durch drei verschiedene Geschwindigkeitsstufen 1, 2 und 3. Durch längeres drücken kommt man in die weiteren Modi P0 bis P9 und PA, Pb, PC und Pd. Das sind verschiedene Programm-Einstellungen, etwa zur Einstellung km/h oder mph, ABS an/aus, Kickstart-Modus an/aus, Display-Helligkeit oder die Intensität der elektronisch gestützten Bremse zur Energie-Rückgewinnnung (siehe Programm-Modi aus dem Handbuch, Bild 28 weiter unten).

Qualitäts- & Funktionscheck

Alles dran, Cockpit eingerichtet. Dann kann schonmal der Akku laden, während ich alle Schrauben & Verbindungen auf Festigkeit prüfe und zum Funktionscheck übergehe: Genügend Luft im Reifen? Packen die Bremsen? Lenkstange fest arretiert? Geht der Spider an und funktionieren Gashebel und Fahrmodi, wie sie sollen?

Akku aufladen

Das mitgelieferte Standard-Ladegerät ähnelt einem Notebook-Netzteil. Es hat eine LED die nur zwei Zustände kennt: grün=voll geladen, rot=beim Ladevorgang. Willst du es genauer wissen, schaltest du Roller und Display an. Dann wird dir der genaue Ladezustand in %-Werten angezeigt. Der Spider hat zwei Ladebuchsen an der linken Seite unter dem Deck. Eine dritte Buchse in Lenkernähe dient zum Anschluss der optional erhältlichen „Range-Extender“. An welcher Ladebuchse du den 2A Standard-Lader anstöpselst, ist egal. Bis zu 8 Stunden kann der Ladevorgang bei komplett entleertem Akku dauern. Oder du schließt parallel einen zweiten 2A-Lader an, um die Zeit deutlich zu verkürzen. Optional gibt es noch einen Schnelllader mit 6,5A zu kaufen. Der Ladestecker ist ein verpolungssicherer, dreipoliger Stecker, der zusätzlich mit einem Ring an der Ladebuchse verschraubt wird.  

Qualitätscheck: alles top

Bei der Überprüfung der Schraubverbindungen, etc. ist mir nichts negatives aufgefallen. Alles ist fest. Alles ist an seinem Platz. Die Materialien machen einen hochwertigen Eindruck, und fühlen sich auch so an. Die doppelten Schwingen mit den Dämpfer-Kartuschen sind z.B. sehr robust ausgeführt und im Vergleich zu Federelementen geräuschlos. Die Verschlussmanschette der Lenkstange wirkt solide, die Kotflügel sind aus robustem Industrie-Kunststoff, das Trittbrett aus dickem Alu und der Unterbodenschutz aus ebenso haltbarem Kunststoff. Auf den ersten Blick ist alles stimmig.

Die Bremshebel spielen nicht ganz in derselben Liga. Sie haben integrierte Sensoren für das Bremslicht, wirken aber wie preiswerte Bremsen aus dem Baumarkt: Zwei-Finger Bremshebel mit grober Stellschraube für den Bowdenzug. Eine Verstellung der Hebelweite oder ähnliches gibt es nicht. Hier würde ich mir Hebel von einer Marke wie Hope, Magura oder Shimano wünschen, die sich feinfühliger dosieren lassen.

Auch der Ständer tut seinen Dienst, wirkt im Vergleich zum Rest aber ein wenig „klapprig“. Nicht falsch verstehen: Es ist mäkeln auf hohem Niveau. Ich finde aber, er könnte eine straffere Feder bekommen (gibt´s auch einstellbar) und stabiler ausfallen. Es soll gar Ständer geben, die beim anfahren von allein hochklappen, falls das mal vergessen wird. Was mir bei den schön profilierten Reifen auffiel: die Ventilkappen fehlten vorn wie hinten. Vlt. hat sie der Minimotor Service-Mensch bei der Montage einfach vergessen?

Funktionscheck: OK mit kleinen Mängeln

Die Hinterradbremse befindet sich auf der linken Lenkerseite und war zu fest eingestellt. Die Bremse fürs Vorderrad sehr weich und die Bremsbeläge der Scheibenbremse haben leicht geschliffen, weil sie nicht richtig im Bremssattel zentriert waren. Alles kein Problem und schnell einzustellen. Das sind eben die Dinge, die normalerweise der Händler macht, bevor der Scooter an den Kunden geht. Wer online ordert, muss sich drauf einstellen, diese Kleinigkeiten selbst einzustellen.

Tipp: Wenn du voll an der Bremse ziehst, sollten die Bremshebel parallel zum Griff stehen. Nicht dichter dran, sonst klemmst du dir die eigenen Finger und hast  nicht die volle Bremskraft. Umgekehrt sollten die Bremsbeläge ohne die Bremse zu betätigen nicht schleifen. Faustregel: Zwischen Bremsbelag und -scheibe sollte immer noch ein Stück Papier passen.

Nicht ganz so gelungen

Was ich nicht elegant gelöst finde: Um den Spider und die Beleuchtung anzuschalten (LEDs vorn/hinten sowie an der Lenkstange) musst du 1, 2, 3 … 4 Knöpfe drücken:

  1. den Hauptschalter links unter dem Trittbrett
  2. den Power-Button am LCD-Display
  3. den separaten Schalter für die LED-Beleuchtung rechts unterm Trittbrett
  4. den An/Aus-Knopf auf der IR-Fernbedienung für die Beleuchtung an der Lenkstange

OK. Ich sehe den Vorteil, dass man so wählen kann, ob man ohne Licht, nur mit Front-/Rücklicht oder mit Front-/Rücklicht und Lenkstangen-Beleuchtung fährt. Aber warum muss ich dazu an vier verschiedenen Stellen Knöpfe drücken? Licht an/aus geht z.B. nicht während der Fahrt. Warum nicht alles über das Multifunktions-Display steuern? Das geht bei meinem Mountainbike auch: Hauptschalter an, fertig. Rest ist on/off über Knöpfe am Display.

Die Position des Hauptschalters unten am Trittbrett finde ich unpraktisch. Auch wenn hier kein Wasser, Staub oder Matsch rankommen kann, weil der Industrie-Kippschalter geschützt in einer Gummihülle sitzt. Aber du siehst schlecht, ob der Schalter nun auf I oder O steht. Gut, lässt sich das Display am Lenker nicht einschalten, ist der Scooter offensichtlich aus. Aber es gibt keine LED oder irgendwas erkennbares. Wenn du also nicht genau unter den Scooter schaust, siehst du einfach nicht, ob der Hauptschalter an oder aus ist. Da Minimotors seine Modelle pflegt und stetig verbessert, kann man sich z.B. mal von Focus EMTBs inspirieren lassen, die einen blau beleuchteten Einschaltknopf am Oberrohr integrieren. Oder mit einer Art „Zündschlüssel“ und Lenkereinrastung wie bei Motorrädern arbeiten. Das wäre praktikabel und ein zusätzlicher Diebstahlschutz. Dann braucht´s auch den optional erhältlichen Fingerprint-Sensor nicht.

Ein-/Ausschalter am Focus Jam2

Besser im Sinne von „Bedienfehler bestmöglich ausschließen“ könnte man auch den Schalter für die Wahl der Betriebs-Modi Eco/Turbo und 1/2-Motor-Betrieb machen. Praktisch ist, die Modi während der Fahrt jederzeit durch drücken der Knöpfe wählen zu können. Aber man muss sich tatsächlich erst einmal mit allen Modi und Varianten beschäftigen und diese verinnerlichen – und das geht nur durch ausprobieren.

Der Grund für (zumindest meine) anfängliche Verwirrung ist folgender:
a) Die Beschriftung des gelben Knopfes ist ECO und darunter TURBO.
b) Die Beschriftung des roten Knopfes ist SINGLE und darunter DUAL.

Nun war ich der Meinung, wenn der Knopf gedrückt ist, wird jeweils der untere Modus aktiv. Also „Turbo“ beim gelben und „Dual“ beim roten? Stimmt aber nicht! Wenn der gelbe Knopf gedrückt ist, ist der oben stehende Modus „ECO“ aktiv, während beim roten gedrückten Knopf tatsächlich der unten stehende „Dual“-Modus aktiv wird. Und neben den vier möglichen Knopf-Stellungen am Bedienelement kommen die zusätzlich am Eye-Throttle wählbaren Geschwindigkeitsstufen P1, P2 und P3 hinzu.

Bevor du später vom Scooter fällst, solltest du wissen, welche Kombi welche Beschleunigung und welchen Top-Speed bringt. Auch ein gedrosselter Spider ist mit seinen zwei Motoren innerhalb weniger Sekunden auf 20-25 km/h. Fährst du ein ungedrosseltes Modell, liegt die Höchstgeschwindigkeit gar deutlich darüber! Also: lieber erstmal auf unbefahrenem Gelände eingewöhnen und etwas üben, damit du dich an die Modi und das Verhalten des eScooters gewöhnst. Dazu gibt das herunterladbare Dualtron Spider Handbuch (PDF) etwas Aufschluss.

Tipp: Welche Programm-Modi es gibt, wofür sie stehen und welche Werte sich jeweils verändern lassen, habe ich im separaten Beitrag„Dualtron Eye – Alle Settings erklärt!“ zusammengefasst.

Fahrstufen des Dualtron Spider Bild 28: Die Programm-Modi sind im Handbuch erklärt, aber welche Kombi führt nun genau zu welchem max. Speed?

Die folgenden Angaben gelten für einen per Hardware gedrosselten Dualtron Spider, um mit diesem die gesetzlichen Regulierungen (u.a. max. 20 km/h Top-Speed) einzuhalten.

Die langsamste Fahrstufe ist die Kombi:
P1-Modus, gelber Knopf gedrückt (Eco) und roter Knopf draussen (Single-Motor-Antrieb). Ich wiege 89 kg und bin damit auf ebener Fahrbahn auf 6 km/h gekommen. Durch zuschalten des zweiten Motors auf 10 km/h.

Eine mittlere Geschwindigkeit wird erreicht durch:
P2-Modus, gelber Knopf gedrückt (Eco) und roter Knopf draussen (Single-Motor). Hier kam ich auf 13-17 km/h.

Die max. Geschwindigkeit wird erreicht durch die Kombi:
P3-Modus, gelber Knopf draussen (Turbo), roter Knopf gedrückt (Dual-Motor-Antrieb)

Grundlegend ist die Logik:
Über die Fahrstufen 1, 2 und 3 gibt man die maximal zu erreichende Geschwindigkeit vor. Das sind grob: P1=langsam, P2=mittelschnell und  P3=unbegrenzt bzw. das max. mögliche Tempo. Der gelbe und rote Knopf beeinflussen mehr die Art, wie schnell der Spider beschleunigt. Also wie schnell er auf sein maximales Tempo kommt und wieviel Vortrieb du erhältst.

Den roten Knopf kann man während der Fahrt ausprobieren. Er schaltet von Ein- auf Zwei-Motor-Betrieb. Dabei aber immer bedenken: erst runter vom Gas, also rollen lassen ohne Last. Dann Modus umschalten. Der Controller wird es dir danken! Mit Zwei-Motor-Antrieb kommst du z.B. aus dem Stand besser weg oder hast mehr Schubkraft in unwegsamem Gelände.

Beim gelben Knopf wäre ich anfangs vorsichtig! Drückst du den „Turbo“ rein, beschleunigt der Spider sehr abrupt & heftig. Bist du darauf nicht vorbereitet, kann es einen glatt vom Scooter katapultieren. Die Beschleunigung ist der Hammer! Auch hier gilt: immer erst vom Gas und ohne Last umschalten.

Die ersten 15 km

Ich habe es bei meiner Jungfernfahrt moderat angehen lassen. Zum einen ist es grad Winter mit viel Matsch, Schnee und Eis. Das ist generell kein e-Scooter Wetter. Zum anderen möchte ich mich selbst erst einmal mit den Fahrmodi und dem Verhalten des Scooters auseinandersetzen. Zu meinen Fahreindrücken und den erreichbaren Geschwindigkeiten folgt bei besseren Wetter-Bedingungen das ausführliche Review. Aber eines kann ich nach der ersten Ausfahrt von rund 15 km schonmal sagen:

Was macht das einen Spaß 🙂  Man steht sicher & bequem auf dem Spider. Das Deck hat gerade die richtige Breite und Länge, um sicher mit beiden Füßen darauf zu stehen. Mit den Füßen hintereinander oder auch nebeneinander. Kürzer dürfte das Deck nicht sein, sonst stehst du auf dem hinteren Kotflügel. Alles fühlt sich stabil & gut kontrollierbar an. Nichts wackelt oder knarzt. Da ist kein Spiel im Lenker oder der Lenkstange. Du spürst, wie die (aktuell noch recht harte) Dämpfung arbeitet und die Motoren antreiben, sowie du nur ein bisschen mehr den Gashebel durchdrückst. Ein echt cooles Gefühl.

Im ausführlichen Review berichte ich über weitere Erfahrungen mit dem Spider, die Auswirkung der verschiedenen Programm-Einstellungen und natürlich über die erzielbaren Endgeschwindigkeiten.

weitere Infos:

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